Der Postbote im Herzen der Gesellschaft

The postman in the heart of the community

Seit Jahren nimmt die Menge herkömmlicher Post ab. Das vertraute Bild des Postboten auf seiner täglichen Tour ist daher in Gefahr. Die niederländische PostNL ermittelt nun in diversen Pilotprojekten, ob der Postbote auf seiner Route einige zusätzliche Aufgaben übernehmen kann. Die ersten Resultate sind vielversprechend.

„Wir haben 20.000 Mitarbeiter, die täglich ihre Route gehen. Wir meinen, dass sie zusätzliche Dienste für die Gesellschaft erbringen können“, sagt Rogier Havelaar von PostNL. Zurzeit gibt es drei Kategorien, in denen die Mitarbeiter Unterstützung bieten: Hilfe Bedürftiger, Unterstützung bei der Optimierung des öffentlichen Raums und Unterstützung öffentlicher Einrichtungen.

Unterstützung für Wasserversorgungsunternehmen

In einem der Pilotprojekte verzeichneten die PostNL-Zusteller bei Haushalten die Wasserzählerstände. Unternehmen wie Waternet zeigten sich begeistert: Von den tausend Kunden, die - teilweise seit Jahren - die Aufforderungen von Waternet negierten, konnten PostNL-Zusteller binnen nur einer Woche 600 erreichen.

Oberflächenmessungen für Straßenverbesserungen

Ein weiteres Pilotprojekt betrifft Oberflächenmessungen auf Ortsstraßen und Autobahnen. Dies ist normalerweise eine teure Angelegenheit, die mit spezialisierter Ausrüstung ausgeführt wird, was in der Praxis bedeutet, dass nur wichtige Autobahnen untersucht werden. Indem PostNLs Lieferfahrzeuge mit spezieller, mit den Smartphones verbundener Software ausgerüstet werden, kann das Lieferpersonal Straßenprüfungen auf einer Vielzahl örtlicher Straßen und Autobahnen vornehmen. Die gesammelten Daten werden verwendet, um bessere Straßenanalysen vorzunehmen, um zu ermitteln, wo Straßenverbesserungen nötig sind, und um zur allgemeinen Verkehrssicherheit beizutragen.

Im Herzen der Gesellschaft

Da Postboten täglich im selben Viertel sind, können sie auch eine Schlüsselrolle bei der Verbrechensverhütung und sozialen Eingliederung übernehmen. In manchen Gebieten werden sie gebeten, sich bei älteren, noch stets alleinlebenden Menschen nach dem Wohlbefinden zu erkundigen. In anderen Gebieten behalten sie im Auge, ob Menschen für längere Zeit abwesend sind. Die Postboten brauchen keine Orte zu besuchen, die sie als gefährlich erachten, und sie treiben keine ausstehenden Gelder bei. „Der Postbote sollte stets ein Freund der Gesellschaft bleiben“, findet Havelaar.