Nachhaltigkeit bei der DELIVER Europe
Wie Unternehmen Nachhaltigkeitsstrategien messbar und umsetzbar machen
Zentrale Erkenntnisse aus der Sustainability Lounge bei DELIVER Europe
In diesem Jahr waren wir Gastgeber einer Roundtable-Diskussion bei der DELIVER Europe mit Fokus auf emissionsärmere Logistik im Rahmen der Sustainability Lounge.
Ein transparenter, messbarer und kollaborativer Ansatz zur Emissionsreduzierung bildet das Fundament unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Beim diesjährigen Roundtable wurde genau das erlebbar: Gemeinsam mit Wild, Anbieter nachfüllbarer Körperpflegeprodukte, und AllChief, einer ESG-Beratung, diskutierten wir praxisnah, wie sich Nachhaltigkeitsziele in konkrete Maßnahmen überführen lassen.
Über DELIVER Europe
DELIVER ist ein exklusives Event für geladene Gäste, das Entscheider aus den Bereichen Supply Chain, Logistik und Commerce zusammenbringt. Im Jahr 2024 wurde Spring GDS mit dem DELIVER Sustainability Award für die HVO100 ‘Out the Tank’-Lösung ausgezeichnet.
Mit seinem klaren Fokus auf nachhaltige Transformation bietet DELIVER die ideale Plattform für unser Engagement. Die Nachhaltigkeitsstrategie von Spring GDS hat sich in den vergangenen Jahren von einzelnen Initiativen hin zu einer strukturierten Dekarbonisierungs-Roadmap entwickelt.
Formate wie die DELIVER, die führende Akteure und Innovationstreiber der Logistikbranche vereinen, sind entscheidend, um unsere Zielsetzung voranzutreiben: die gemeinsame Reduzierung von Emissionen und die Entwicklung nachhaltiger Logistiklösungen.
Die Teilnehmer des Sustainability Roundtables
Die Diskussion wurde von Tatum Bross, ESG Project Managerin bei Spring GDS, moderiert. Als zentrale Ansprechpartnerin im ESG-Team verantwortet sie zahlreiche Initiativen, darunter die Book & Claim Sustainable Aviation Fuel Lösung sowie den ersten Impact Report von Spring GDS.
Speaker des Sustainability Roundtables
Charlotte Whittle, Senior Operations Managerin bei Wild, einer führenden Marke für wiederbefüllare Körperpflegeartikel.
Charlotte Whittle bringt umfassende Erfahrung darin mit, Nachhaltigkeitsziele mit operativer Realität zu verbinden. Im Fokus steht die Frage, wie emissionsärmere Entscheidungen konkret aussehen, wenn ein zirkuläres Produktmodell skaliert wird.
Inge Tanke, Co-Ownerin bei AllChiefs, einer Nachhaltigkeitsberatung.
Inge Tanke brachte die externe Perspektive ein und zeigte auf, welche Ansätze sich im Markt bereits bewähren und welche Voraussetzungen Unternehmen erfüllen müssen, um Nachhaltigkeitsziele in operative Entscheidungen zu überführen.
Thijs Boel, Managing Director, Spring GDS Europe.
Thijs Boel vertrat die Perspektive eines Logistikdienstleisters. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie durch Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitsziele in messbare Fortschritte übersetzt werden können.
Roundtable ansehen
Einblicke aus der diesjährigen Diskussion
Die Roundtable-Diskussion bot eine vielseitige Perspektive darauf, wie sich Emissionen in der grenzüberschreitenden Logistik reduzieren lassen. Gleichzeitig wurde deutlich, wie die Verantwortung für nachhaltige Veränderungen zwischen Marken, Lieferanten, Carriern, Regulierungsbehörden und Konsumenten verteilt ist.
Im Folgenden finden Sie eine Zusammenfassung der wichtigsten Antworten auf zentrale Fragen und Herausforderungen in diesem dynamischen Themenfeld.
Wo liegen die größten Lücken zwischen Nachhaltigkeitszielen und realer Umsetzbarkeit?
Inge: Die größten Herausforderungen sehe ich in zwei Bereichen. Erstens innerhalb von Unternehmen selbst: Wie wird der Weg zu Net Zero konkret geplant? Rohstoffe und Emissionen am Ende der Wertschöpfung stehen meist im Fokus, während Logistik komplexer ist. Maßnahmen wie der Einsatz von Biokraftstoffen oder Elektrifizierung sind oft kostspielig und erfordern die Zusammenarbeit vieler Akteure.
Zweitens spielt die Datenqualität eine entscheidende Rolle. Verlässliche Daten sind die Grundlage für operative Entscheidungen in der Logistik. Gleichzeitig brauchen auch Händler klar definierte Anforderungen, um effektiv mit Partnern zusammenarbeiten zu können.
Thijs: Im E-Commerce verfügen wir bereits über Lösungen zur Reduktion von Emissionen im Straßentransport. Die größte Herausforderung liegt derzeit im Luftfrachtbereich, da technische Lösungen für eine vollständig nachhaltige Umsetzung noch nicht ausreichend entwickelt sind.
Charlotte: Nachhaltige Optionen sind nicht für alle Beteiligten gleich umsetzbar. Entscheidungen, die für uns sinnvoll erscheinen, passen nicht immer zu den Möglichkeiten der Carrier. Zudem fehlt oft die nötige Transparenz darüber, welche Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden. Ein weiterer Aspekt ist die letzte Meile, über die im Kontext Nachhaltigkeit noch zu selten gesprochen wird.
Wer trägt die Verantwortung für nachhaltigere Logistik?
Thijs: Die Verantwortung liegt nicht bei einer einzelnen Partei. Weder regulatorischer Druck noch Kundenanforderungen allein reichen aus. Entscheidend ist, dass alle Beteiligten den Mehrwert von Nachhaltigkeit erkennen und aktiv Verantwortung übernehmen. Ein wirksamer Ansatz besteht darin, Nachhaltigkeit als Werttreiber zu verstehen. Investitionen zahlen sich beispielsweise durch höhere Mitarbeitermotivation, effizientere Prozesse oder einen steigenden Net Promoter Score aus.
Charlotte: Als Marke greifen wir auf die Expertise von Logistikdienstleistern zurück, da dieses Know-how intern oft nicht vorhanden ist. Entsprechend wichtig ist die enge Zusammenarbeit mit erfahrenen Partnern entlang der Lieferkette.
Inge: Ich sehe die führende Rolle bei den Marken. Zwar tragen alle Beteiligten Verantwortung, doch die Margen in der Logistik sind gering. Marken können gezielt Einfluss nehmen, indem sie nachhaltige Kriterien in ihre Carrier-Auswahl integrieren. Wenn ausschließlich der Preis entscheidet, wird es deutlich schwieriger, Fortschritte in Richtung nachhaltiger Logistik zu erzielen.
Welche bestehenden Lösungen bieten Potenzial für mehr Nachhaltigkeit?
Inge: Lösungen wie Book and Claim für Sustainable Aviation Fuel bieten eine hohe Flexibilität, um Kosten zu teilen und Dekarbonisierung gemeinsam voranzutreiben. Dadurch entsteht ein System, in dem Marken und Logistikdienstleister partnerschaftlich zusammenarbeiten und messbare Fortschritte erzielen können.
Thijs: Wir setzen bereits entlang der gesamten Wertschöpfungskette verschiedene Maßnahmen um. Dazu gehören wiederverwendbare Palettenboxen, die Abfall reduzieren und den Laderaum in Transportfahrzeugen effizienter nutzen, sowie der Einsatz von Biokraftstoffen im Straßennetz. Als asset-light Unternehmen können wir auch ohne eigenen Fuhrpark Einfluss auf nachhaltigere Transportlösungen im Netzwerk nehmen.
Charlotte: Ein zentraler Ansatz ist unser zirkuläres Geschäftsmodell. Unsere Produktverpackungen sind kompostierbar und bestehen aus recycelten Materialien. Zusätzlich kompensieren wir Emissionen, indem wir für jeden Verkauf einen Baum pflanzen.
Fragen an die Speaker
An Thijs: Wie arbeiten Sie mit Partnern zusammen, wenn Sie keine eigene Flotte besitzen?
Thijs: Wir übernehmen die Beschaffung und treffen bewusste Entscheidungen bei der Auswahl unserer Partner. Dabei stehen wir im engen Austausch und verdeutlichen den wirtschaftlichen und operativen Nutzen nachhaltiger Lösungen. Ein Beispiel sind wiederverwendbare Palettenboxen anstelle von Einwegverpackungen aus Karton oder Holz. Anfangs gab es Vorbehalte bei Last-Mile-Carriern, da Paletten zusätzlichen Aufwand bedeuteten. Durch die Lösung konnten jedoch Abfallprobleme reduziert werden, da volle Paletten geliefert und leer zurückgeführt werden. Das schafft einen geschlossenen Kreislauf ohne zusätzlichen Kostenaufwand.
An Charlotte: Wie schaffen Sie Nachfrage für nachhaltige Produkte und wie gehen Sie mit Nachahmern um?
Charlotte: Unsere Kundenbasis ist bereit, einen höheren Preis für nachhaltige Produkte zu zahlen, da das Bewusstsein für Umweltthemen stark wächst. Dass Wettbewerber unser Konzept aufgreifen, ist eine positive Entwicklung. Unser Ziel ist es, dass nachfüllbare Produkte in wenigen Jahren zum Standard werden.
Zentrale Erkenntnisse
Frage an alle Panelteilnehmer: Was ist die wichtigste Erkenntnis, die Sie dem Publikum mitgeben möchten?
Inge: Verschaffen Sie sich einen klaren Überblick über Ihre Möglichkeiten und bewerten Sie die unterschiedlichen Kostenstrukturen. Analysieren Sie Ihre logistischen Emissionen im Detail, nutzen Sie belastbare Daten und priorisieren Sie gezielt die wirksamsten Hebel zur Reduktion. Viele operative Anpassungen sind kostenneutral oder sogar wirtschaftlich vorteilhaft. Lassen Sie sich nicht von teuren Maßnahmen davon abhalten, erste Schritte zu gehen.
Charlotte: Denken Sie daran, dass wir alle auch privat Konsumenten sind. Treffen Sie bewusste Entscheidungen im Alltag, hinterfragen Sie die Marken, bei denen Sie kaufen, und nutzen Sie Ihre Kaufkraft, um nachhaltige Nachfrage entlang der gesamten Lieferkette zu stärken.
Thijs: Fokussieren Sie sich auf den Mehrwert, nicht nur auf die Kosten. Nachhaltigkeit schafft zusätzliche Vorteile, die über reine Compliance hinausgehen. Beginnen Sie pragmatisch mit kleinen Maßnahmen und bauen Sie darauf auf. Daten zeigen, dass nachhaltige Vorreiter deutlich robuster gegenüber geopolitischen Energiekrisen und globalen Preisschwankungen waren. Entwickeln Sie Ihre Strategie proaktiv, bevor regulatorische Anforderungen Sie dazu zwingen.
Sie wollen mehr erfahren?
In diesem Jahr hat Spring GDS erstmals einen Impact Report veröffentlicht. Darin teilen wir die wichtigsten Ergebnisse sowie konkrete Einblicke in unsere bisherigen ESG‑Maßnahmen.
Lesen Sie den Report, um einen umfassenden Überblick über unsere Nachhaltigkeitsinitiativen zu erhalten und mehr über die nächsten Schritte auf unserem Weg zur Dekarbonisierung zu erfahren.